Nach dem Umzug ist vor dem Umzug

15. März 2010

Mal etwas in eigener Sache (obwohl das ja im Social Web ganz normal ist…): Am 31.3. läuft mein Mietvertrag im schönen und empfehlenswerten Gründerzentrum Sprungschanze nach maximaler Verlängerungsmöglichkeit aus. An der Sprungschanze bin ich schon damals zu Festangestelltenzeiten auf meinem Weg zur Agentur vorbeigekommen und hatte mir immer gesagt, dass ich – sollte ich es tatsächlich einmal wagen, mich selbständig zu machen – das hier machen möchte. Ich habe in den letzten fünf Jahren hier etliche Gründer kommen und gehen sehen. Einige sind richtig expandiert, andere haben ihr Heil wieder in einer Festanstellung gesucht. Immer war es ein guter, sehr interdisziplinärer Austausch und oft auch persönlich ein Gewinn.

Auf der Suche nach Räumen und einer Bürogemeinschaft hatte ich daher ziemlich hohe Ansprüche: Kreative Atmosphäre (wie man da so schön nennt), viele – aber nicht ausschließlich – Bürokollegen aus der Branche, nette Menschen, die auch über ihren Job hinaus denken. Glücklicherweise fügte es sich, dass sich im Gängeviertel vor einigen Monaten die Hamburger Coworking-Initiative gründete. Dort traf ich genau diese Mischung an. Und diese Initiative hat es, mit großer Hilfe von mindmatters und dem Berliner Betahaus, schneller als man es geahnt hätte, geschafft, Erfolge zu erzielen. Wenn nicht alle Stricke reißen, wird im Juni das “Betalab” mit ca. 20 Arbeitsplätzen eingerichtet und wenn nicht noch einmal alle Stricke reißen, werde ich da auch einen Arbeitsplatz haben.

Bis dahin werde ich für zwei bis drei Monate in das berühmte Homeoffice (gleiche Straße, nur 157 statt 120) beziehen und @PickiHH‘s genesis3000‘s Tweet “Das Homeoffice ist der Tod der Körperpflege” evaluieren (war sie doch, oder? finde den Tweet nicht mehr). Für eine neue und sich danach nicht mehr ändernde Festnetznummer habe ich den Sprung jenseits des Festnetzes gewählt (über diese 2km-Umkreis-Nummer von t-mobile@home). Sie lautet 040-32863068 und ist auch schon aktiv. eFax ist in der Mache 040-209320999 , obwohl sich alles in mir sträubt, so ein überkommenes Medium noch zu unterstützen.

Demnächst kann ich den mitlesenden Kunden also in einer ganz persönlichen Atmosphäre empfangen, am späten Nachmittag auf Wunsch auch mit tobenden Kindern. Ich komme aber auch nach wie vor gern zu Ihnen ;-) .

Ich melde mich an dieser Stelle auf jeden Fall spätestens wieder, wenn es ernst wird mit dem Betalab. Ich freue mich trotz des schwerfallenden Abschieds in der 120 auf die Veränderungen, die da kommen.

(Das Ganze teile ich natürlich allen meinen Kunden noch einmal hoch offiziell und persönlich mit)

UPDATE: @pickiHH hat selbst für Aufklärung gesorgt, ich habe es entsprechend oben angepasst. Außerdem habe ich jetzt eine Faxnummer, kreisch!

Lokalisierungstweets: Timeline-Müll oder nützliche Information?

04. Dezember 2009

Foursquare und Gowalla erfreuen sich ja jüngst größter Beliebtheit, man kann schon fast von einem Hype sprechen. Mittels dieser Tools kann man anderen seinen Standort mitteilen, zum Teil ist das mit spielerischen Elementen verbunden. So kann man bei Foursquare zum Mayor von Locations werden. Man kann bei beiden Tools einstellen, dass der jeweilige Aufenthaltsort nach Check-In auch automatisch getwittert wird. Bei Foursquare kommt noch dazu, dass dann auch automatisiert mitgeteilt wird, wenn man irgendwo Mayor geworden ist. Es stellt sich die Frage (abseits vom Schutz der eigenen Privatsphäre), wie nützlich oder nervig solche Tweets für den normalen Twitternutzer sind. Ich bin mir da noch im Unklaren und habe daher einfach mal eine Umfrage gestartet:

Google Analytics muss leider draußen bleiben: Tipps & Tools kurz gebloggt

25. November 2009

Bei der aktuellen Diskussion um Google Analytics, die nun sogar zu Techcrunch hinübergeschwappt ist, die aber gar nicht so neu ist, stellt sich die Frage: Wie kann ich selbst verhindern, dass Google mein Surfverhalten trackt, wenn der Betreiber der Website, die ich gern nutze, das Tracking nicht entfernt? Am einfachsten ist das, wenn man im Browser die Cookies von Drittanbietern blockt. Das kann aber wiederum auch einige Nachteile haben. Besser ist es – bei Nutzung von Firefox – das Add-on “Customize Google” zu nutzen, mit dem man zum einen speziell die Cookies von Google Analytics blocken kann, zum anderen aber auch andere (nützliche) Dinge bei der Googlenutzung tunen kann.

Customize Google: Mit einem Klick wird das seitenübergreifende Tracking unmöglich gemacht

Customize Google: Mit einem Klick wird das seitenübergreifende Tracking unmöglich gemacht

Wer es ganz genau wissen will, sollte sich auch die Empfehlungen des Unabhängigen Landesentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein anschauen, wo auch das selektive Abschalten von Scripts vorgeschlagen wird.

Tools und Tipps für Suchmaschinenanalyse und Suchmaschinenoptimierung

19. Oktober 2009

Ja, klar, es gibt Mr. Wong und delicious, aber ich mache mir trotzdem mal eine kommentierte Liste der Tools, die ich häufig für Suchmaschinenoptimierung und -analyse nutze. Dann haben alle was davon und vielleicht hat einer in den Kommentaren ja noch bessere Vorschläge. Folgende vier Themen liegen eigentlich immer an:

Performance der Seite hinsichtlich Backlinks

Da kann man natürlich ewig mit Google rumklicken, aber im Gegensatz zu anderen Dingen macht es hier Yahoo am besten. Mit dem (Eingefleischten natürlich bestens bekannten) Yahoo Site Explorer lassen sich schnell und übersichtlich Backlinks zur eigenen Seite auflisten, hier zum Beispiel die zu meiner Domain (und im Übrigen auch die Seiten, die Yahoo im Index hat)

Redaktionell-technische Suchmaschinenoptimierung (OnPage-Optimierung)

Da kann ich ganz elegant auf den Kollegen SEOdiot verweisen, der die Notwendigkeiten für die berüchtigte OnPage-Optimierung anschaulich zusammengefasst hat (vor allem in der dort eingebetteten Grafik).

Für welche Keywords optimieren?

Wenn man sich schon auf das Feld der OnPage-Optimierung wagt: Für welche Keywords soll man denn da optimieren? Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dafür kann man ganz gut das Keyword-Tool von Google nutzen, dass eigentlich zuvorderst der Optimierung von Adwords-Kampagnen dienen soll, aber auch sehr schön dem Suchmaschinenoptimierer zeigt, welche Keywords sich noch um das vermutet wichtigste in der Suchvolumenwertigkeit tummeln.

Ranking von Suchbegriffen

Den Pagerank kann man ja mit der Google Toolbar messen oder wenn man nicht Google nach Hause telefonieren lassen will mittels Firefox-Add-ons wie Live PageRank. Interessanter ist allerdings die Frage, auf welcher Seite meine Suchbegriffe bei Google, Yahoo oder Bing erscheinen. Das kann man entweder mit zu installierenden Tools wie Website Spy (nicht getestet, aber sie weisen auch selbst darauf hin, dass die Benutzung nicht im Einklang mit den Regeln für die Google Webmaster Tools übereinstimmen) oder dem Ranking-Tool von Andreas Bartel (Shareware, von der Usability nicht schlecht, aber im Test doch relativ langsam, was vermutlich weniger am Tool als an den einfach notwendigen Suchanfragendurchläufen liegt). Oder man macht es bei weniger großen Ansprüchen mit Online-Tools wie dem von RankingCheck, wo man bis Platz 100 sich ganz gut mal einen schnellen Überblick verschaffen kann.

Gerade letzteres ist nicht nur ganz spannend, wenn man es über einen gewissen Zeitraum verfolgt, es ist natürlich auch dem Kunden gegenüber der Beweis, dass das eigene Tun etwas bewirkt hat – und das nachhaltig. Mit Tricks wie tausend Landingpages kann man vielleicht kurzfristig Erfolg haben, aber irgendwann läuft man mit solch halbseidenem Vorgehen immer Gefahr, aus dem Index zu fliegen. Man kann als seriöser Dienstleister günstige Bedingungen für das Listing in Suchmaschinen schaffen, aber die Seite muss halt auch den Inhalt bzw. den Reiz haben, dass andere darauf verlinken. Und das ist und bleibt bei Suchmaschinen der Hauptorientierungspunkt.

[und das immer weniger Traffic über Suchmaschinen kommt und immer mehr aus Social Networks, darüber reden wir ein anderes Mal]

Google Analytics, lebe wohl

07. April 2009

Heute habe ich aus dieser Website den Google Analytics Code entfernt (andere Auftritte folgen). Das ist mir nicht leicht gefallen. Google Analytics war ein kostenloses und doch mächtiges Tool zur Besucheranalyse. Zugleich ist es in der Usability unübertroffen und lässt sich leicht mit anderen Tools verknüpfen (Adsense, Salesforce etc.). Aber die datenschutzrechtlichen Zweifel an Googles Datensammelwut haben bei mir jetzt Überhand genommen. Den letzten Ausschlag nahm das Papier des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, das sich sehr kenntnisreich und detailliert mit den Datenschutzproblemen bei Google Analytics auseinandersetzt. Nicht, dass mir die Probleme nicht bekannt waren, ich habe andere Dienste wie GMail aus dem gleichen Grund ja schon immer links liegen gelassen – ich hab sie in diesem Fall aber einfach aufgrund der Schlagkraft des Tools nur allzu gerne ingnoriert. Also: Lesebefehl für alle Nutzer von Google Analytics! Benjamin Müller hat sich übrigens nach meinem Tweet zum Thema gestern das Thema noch einmal zur Brust genommen und auch über Alternativen gebloggt – ebenfalls lesenswert.

Das Thema Google ist übrigens ein Lieblingsthema der Datenschützer in Schleswig-Holstein, schön auch die Befassung mit dem von allen so geliebten Google Street View. Wollen wir hoffen, dass die Regierung in Schleswig-Holstein so klug ist, den obersten Datenschützer im Amt zu belassen. Dessen Wiederwahl ist nämlich nicht sicher – Grund ist albernder Parteienproporz.

Twitter und Werbung – eine natürliche Evolutionsstufe

24. März 2009

Heute ging es heiß her in der Twitter- und Blogwelt: Peter Turi hat angekündigt, Tweets mit Werbung zu schalten und macht es auch schon. So ganz neu ist das nicht, aber bei so einem prominenten Mediendienst findet es natürlich mehr Beachtung. Ich habe schon beim Massenpublikum gesagt, dass man turi2 nicht verbieten kann, Werbung zu schalten. Nun hat der geschätzte Don Dahlmann noch einmal sehr moralisch nachgelegt. Ich denke, sich darüber zu ereifern, ist zwar grundsätzlich ehrenhaft, aber nicht zeitgemäß bzw. realitätsfern. Jeder, der das schlecht findet, kann turi2 – wie Don Dahlmann und ich im Kommentar auch schon sagen – ja entfollowen. Ich spiele durchaus auch mit dem Gedanken, weil ich es nervig finden könnte – das will aber erst einmal abwarten. Wenn es denn soweit kommt, ist das dann halt so: ich muss wie bei vielen anderen werbefinanzierten Angeboten auch abwägen, ob ich das in Kauf nehme. Und Peter Turi muss damit leben, dass er ggf. Follower verliert. Wozu die Aufregung: “Das ist soziale Marktwirtschaft, langweilig wird sie nie.” hieß es schon bei Blumfeld.
Ganz davon abgesehen kann man anaolog zu Adblockern ja auch in Twitterclients Tweets filtern. Und wenn Werbung zunimmt, wird das Filtering diesbezüglich mit Sicherheit noch verfeinert. Schön ist das alles zwar dennoch nicht, aber es ist müßig, darüber zu wehklagen. Es ist ein logischer Entwicklungsschritt.

Corporate Twitter(ing) als niedrigschwelliges Gesprächsangebot

16. Dezember 2008

Das Thema geht seit Monaten um, immer mehr Firmen tun es: Corporate Twittering. Oftmals wird die Frage gestellt, was das bringen soll, wie es glaubwürdig sein soll, wie peinlich es sein kann. Ein diesbezüglich kritischer Blogpost meines Twitterfreundes Wolfgang Lünenbürger und die Debatte im Daimlerblog lässt mich aber nun seit längerer Zeit mal wieder zur Tastatur greifen, weil mein Reply ausnahmsweise nicht in 140 Zeichen passt.

Für mich liegt der Vorteil von Corporate Twittering auf der Hand: Man hat einen sehr kurzen Draht zum Kunden oder Partner. Natürlich muss tarnsparent sein, mit wem man da spricht, aber ein Corporate Twitter-Account muss nicht mitteilen, was er zu Mittag gegessen hat oder ob er Liebeskummer hat. Er darf natürlich dennoch menschliche Regungen zeigen. Hauptziel im Gegensatz zu persönlichen Accounts von Mitarbeitern ist aber, dass hier eine verbindlichere Verantwortung besteht, sich mit den Interessen, Fragen und Anliegen der Follower zu beschäftigen. Wenn Mitarbeiter X gefragt wird, wann denn eine neue Produktversion herauskommt, darf er durchaus nicht antworten wollen oder meist auch gar nicht dürfen. Beim Twitteraccount hingegen darf man verbindliche Antworten erwarten. Ich bin bei einem Corporate Twitter-Account auch nicht verwundert, wenn er regelmäßig Links zu Blogeinträgen, Clippings oder Pressemitteilungen verschickt. Ich gehe davon aus, dass auch andere Follower von einem Corporate Account daran interessiert und damit rechnen.

Ich selbst betreue für die CoreMedia AG den Twitter-Account @coremedia_news und habe dabei bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Das kann sogar wie in diesem Fall auch ein Dienstleister machen, wenn er wie ich gut mit dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern vernetzt ist. Dort laufen immer wieder Fragen auf oder es entstehen durch das absolut nicht zu vernachlässigende Monitoring, also dem “Abhören” des Gezwitschers über ein Unternehmen jenseits der Follower, interessante Kontakte und Diskussionen – meist nach dem ersten Kontakt dann in direkter Kommunikation. Das ist einfach viel niedrigschwelliger und proaktiver als bloggen oder gar Push-Information wie Newsletter. Es bedeutet bei ernsthaftem Betreiben eines kommunizierenden und nicht nur Links versendenen Account aber ganz klar auch viel Know how des Mediums und nicht zuletzt eine gehörige Prise Zeit. Die wird aber auch im klassischen Marketingsinne jenseits von direkter Kommunikation belohnt. Die Konversionsrate bei Links ist um etliches höher als bei Newslettern oder Bloglinks. Ich kann also nur jedem Unternehmen raten sich mit dem Gedanken zu beschäftigen. Wichtig bleibt natürlich, dass das Ganze zum Unternehmen passt.

Statement vom DNAdigital Open Space

21. Oktober 2008

Was soll ich schreiben, wenn ich es vor der Kamera so schön in Worte gefasst habe. Hier ein Interview von Ulrike Reinhard mit mir auf dem Open Space von DNAdigital zu meiner Motivation, einem Zwischenresümee und einem Ausblick:

Then I take Berlin

16. Oktober 2008

Mal sehen, wie lange ich das Liedtitelverhunzen noch treibe. Also: Die Web 2.0 Expo war einerseits tatsächlich nicht sehr aufregend, ich hatte allerdings auch nur das Expo Hall Ticket, mit dem man eben diese Expo Hall betreten (immerhin mit sieben Steckdosen zum Aufladen von stromsaugenden iPhones und Laptops für ein paar Tausend Leute) und den Keynotes lauschen durfte. Das war teilweise recht unterhaltsam, aber auch nicht weltbewegend. Gut, dass ich nicht hauptsächlich wegen der Web 2.0 Expo nach NYC gefahren bin. Ich habe meinen Aufenthalt übrigens auch noch mit der Steubenparade und einem Konzert der Feelies gewürzt.

Nun geht es morgen nach Berlin zum Vorbereitungs-Open Space von DNAdigital. Thema: “Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?” Wie gehen Unternehmen mit jungen Mitarbeitern um, die digitales netzwerken gewöhnt sind und nicht um eine Emailadresse kämpfen wollen. Ich bin gespannt. Auch Interesse? Es sind noch Plätze frei. Einfach bei DNAdigital anmelden und morgen in der Homebase erscheinen. Und wer keine Zeit hat: Auf der Plattform wird immer diskutiert, gleich welchen Alters.

First I take Manhattan

15. September 2008

Morgen geht es nach New York, unter anderem einen Blick auf die Web 2.0 Expo werfen. Vielleicht höre ich da nichts Neues, aber vielleicht gibt es auch etwas zu berichten. Wenn, dann natürlich auch in diesem Blog. Noch aktueller über meinen Twitter-Account. Stay tuned. Erst einmal aber freu ich mich, wenn CO75 von HAM nach EWR diese Phase des Fluges erreicht hat, denn fliegen an sich ist ja schon eine Pein, so lange und das auf 43cm Sitzbreite aber erst recht. Stay tuned.

Das lustige Popsongwortspiel des Betreffs hat diesmal übrigens nur 223 Vorgänger